Fördermittel für Speditionen-und wie man sie in Anspruch nehmen kann

Kompakte Zusammenfassung aller staatlichen Fördergelder für Speditionen
Tipps und Tricks

Ohne Lkw geht nichts. Auf den entfallen nämlich mehr als 70 Prozent der jährlichen Transportleistungen in Deutschland. 

Die Speditionen sollen jetzt aber verstärkt investieren: in die Dekarbonisierung, in die Digitalisierung, in Schulungen für Mitarbeiter. Dabei handelt es sich vor allem um mittelständische Unternehmen, die nur geringe Rücklagen bilden können.

Wie die Investitionen bezahlt werden soll? Beispielsweise mithilfe staatlicher Fördergelder. 

Wir geben eine kompakte Zusammenfassung der nötigen Informationen.

Wie und wo werden Fördergelder beantragt?

Speditionen können die Fördergelder entweder selbstständig beantragen oder, wenn ihnen die Prozedur zu aufwendig erscheint, einen externen Berater damit beauftragen. Auch die Industrie- und Handelskammern helfen mit ausführlichen Informationen.

Zu jedem Förderprogramm gibt es eine Webseite, auf der alle nötigen Informationen in verständlicher Sprache zusammengestellt sind. Dort finden sich sowohl der Link zum Antragsformular als auch die Kontaktdaten der Hotline für Antworten und weitere Informationen.

Zwei Dinge sind generell zu beachten: Zum einen dürfen die Vorhaben zum Zeitpunkt der Antragstellung bzw. Förderbewilligung noch nicht begonnen haben. Zum anderen muss die Spedition später nachweisen können, wie und wofür es die Fördermittel verwendet hat.

Der Schnellzugriff

Details zu den Förderungen gibt es weiter unten im Text. Hier gibt es zunächst die Links, die direkt zu den Förderungen führen: 

Elektromobilität

De-minimis

AAS (Abbiegeassistenzsysteme)

Unternehmensberatung

Digitalisierungsberatung

Investitionen in Digitalisierung

Ausbildungsplätze besetzen

Ausbilden 

Auslandsaufenthalte für Azubis

Weiterbildung

Komplettübersicht:

Eine Übersicht über sämtliche staatliche Fördermöglichkeiten – sowohl Förderungen des Bundes, der Länder und der EU – gibt es auf der Förderdatenbank des Bundes:

https://www.foerderdatenbank.de/FDB/DE/Home/home.html

Im Detail: Diese Förderungen gibt es für Speditionen

Gefördert werden Ausgaben für

  • Aus- und Weiterbildung,
  • Digitalisierung,
  • Klimaschutz und
  • Effizienzsteigerung im Unternehmen.

Ausbildung

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) unterstützt die Ausbildung von Berufskraftfahrern und Berufskraftfahrerinnen. Je nach Größe des ausbildenden Unternehmens wird ein Zuschuss von 50 bis 70 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten gewährt. 

Weiterbildung

Die Förderung für Weiterbildungsmaßnahmen richtet sich nach der Größe der Spedition und nach der Zahl der Lkw. Der Zuwendungshöchstbetrag bei kleinen Unternehmen liegt bei 1.050 Euro pro zugelassenem schweren Nutzfahrzeug. Davon werden bei kleinen Unternehmen bis zu 70 Prozent übernommen.

Das Förderprogramm "Berufsbildung ohne Grenzen" ist speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) gedacht. Es geht darum, berufliche Auslandsaufenthalte von Azubis und jungen Fachkräften zu finanzieren, damit diese ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessern und lernen, worauf es im Ausland in der Branche ankommt.

Fachkräftesicherung

Kleine und mittlere Unternehmen können die Hilfe eines Beraters in Anspruch nehmen, um

Fachkräfte zu finden. Im Fokus steht die "passgenaue Besetzung" offener Ausbildungsplätze mit inländischen Jugendlichen, jungen Fachkräften aus dem Ausland sowie in Deutschland lebenden Migranten und Migrantinnen.

Unternehmensberatung

Beim BAFA kann noch bis zum 31.12.2022 die Förderung einer Unternehmensberatung zu wirtschaftlichen, finanziellen, personellen oder organisatorischen Fragen beantragt werden. Die Maßnahme richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen mit Sitz in Deutschland. 

Die Förderung umfasst auch Unternehmen in Schwierigkeiten. Neben einer Unternehmenssicherungsberatung können diese eine Folgeberatung in Anspruch nehmen.

Digitalisierung

Das Programm „Digital jetzt“ unterstützt Digitalisierungsprojekte und entsprechende Weiterbildungsmaßnahmen der Beschäftigten. Im Fokus stehen beispielsweise IT-Sicherheit und Datenschutz, digitale Geschäftsmodelle, Cloud-Anwendungen und KI. Anträge auf Förderung werden monatlich per Zufallsverfahren ausgewählt. Nicht ausgewählte Unternehmen können im Folgemonat erneut am Zuweisungsverfahren teilnehmen. 

Das Förderprogramm „go-digital“ bietet Beratungsleistungen von autorisierten Beratungsunternehmen. Es besteht aus den Modulen Digitalisierungsstrategien, IT-Sicherheit, Digitale Geschäftsprozesse, Datenkompetenz und Digitale Markterschließung. Die Berater erledigen alle Formalitäten ab Antragstellung auf Fördermittel bis zum Nachweis der Verwendung.

Go-digital und Digital jetzt lassen sich kombinieren. 

Nach einer Beratung (go-digital) kann das Projekt dann mit Zuschüssen für Soft- und Hardware (Digital jetzt) umgesetzt werden.

De-minimis und Abbiegeassistenzsystem

Die beiden beide Förderprogramme können parallel in Anspruch genommen werden. 

Die Förderung für die Nachrüstung mit Abbiegeassistenzsystemen gilt für Nutzfahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtmasse sowie Busse mit mehr als neun Sitzplätzen einschließlich Fahrersitzplatz. Unternehmen können pro Jahr Anträge für maximal 10 Fahrzeuge stellen. Pro Fahrzeug werden bis zu 80 Prozent bzw. 1.500 Euro gefördert. Achtung: Neue Fahrzeuge werden ab 06.07.2022 nicht mehr berücksichtigt. Das Förderprogramm tritt spätestens am 31. Dezember 2024 außer Kraft.

Aus dem De-minimis-Topf können sowohl Maßnahmen für Fahrzeuge, für die Mitarbeiter oder das Unternehmen selbst beantragt werden. Dazu zählen Fahrerassistenzsysteme, Partikelminderungssysteme, Telematiksysteme, Software für digitale Tachografen sowie Berufs- und Sicherheitskleidung. Der Fördersatz je schweres Nutzfahrzeug liegt bei 2.000 Euro, inbegriffen sind auch Fahrzeuge, die über Leasingverträge oder Darlehen finanziert werden. Der absolute Förderhöchstbetrag beträgt 33.000 Euro.

Dekarbonisierung

Beim Kauf oder Leasing eines Batterieelektro-, Brennstoffzellen- oder Hybridelektrofahrzeuges gibt es einen Umweltbonus vom BAFA. Unterstützt wird der Erwerb emissionsfreier Pkw und leichter Nutzfahrzeuge, entweder als Neuzulassung oder als junges gebrauchtes Elektrofahrzeug.

Das Programm zur Erneuerung der Nutzfahrzeugflotte 3.0 ist ausgelaufen.

Mikro-Depots

Die Mikro-Depot-Förderung richtet sich an Kurier-, Express- und Paketdienstleister (KEP). Gefördert werden Investitionen in Räume und Flächen, damit die "letzte Meile" zum Kunden durch emissionsfreie Fahrzeuge wie Lastenräder zurückgelegt werden kann.

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