Dieselpreis – aktuelle Infos für Spediteure

Die besten Quellen um die Entwicklung der Dieselpreise im Blick zu behalten.
Tipps und Tricks

Obwohl Logistikunternehmen nicht zu den energieintensiven Industrien gehören, wie beispielsweise die Stahl- und Chemiebranche, spüren auch sie die Auswirkungen des Ukrainekrieges. 

Vor allem trifft es die kleineren Unternehmen, da diese mit geringen Margen operieren und kaum Rücklagen bilden können. Der Handlungsspielraum ist klein. Für diese Speditionen ist daher besonders wichtig, sich über die Entwicklungen immer auf dem Laufenden zu halten, um schnell reagieren zu können.

Der nachfolgende Beitrag bündelt daher die wichtigsten Informationen zum Dieselpreis für Spediteure.

Wo gibt es aktuelle Informationen für Speditionen?

Tagespresse

Die großen Tageszeitungen stellen tagesaktuell in übersichtlichen Diagrammen dar, wie sich der Ukrainekrieg auf die Preise und die Wirtschaft in Deutschland auswirkt.

https://www.nzz.ch/visuals/wie-sich-der-ukraine-krieg-auf-die-preise-und-die-wirtschaft-in-deutschland-auswirkt-ld.1676061

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/klima-nachhaltigkeit/strom-gas-und-benzin-energiekrise-in-deutschland-im-ueberblick-18232227.html

https://www.nzz.ch/visuals/wie-sich-der-ukraine-krieg-auf-die-preise-und-die-wirtschaft-in-deutschland-auswirkt-ld.1676061

Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur informiert tagesaktuell über die Versorgungssicherheit mit Elektrizität und Gas in Deutschland und liefert Hintergrundinformationen.

https://www.bundesnetzagentur.de/

ADAC

Die Smartphone-App des ADAC informiert über die aktuellen Spritpreise. 

https://www.adac.de/services/apps/spritpreise/

Rohölpreis

Der Rohölpreis lässt sich natürlich auf Börsenseiten nachverfolgen, jedoch kann die Masse an Zusatzinformationen störend wirken. Eine schlanke Übersicht, die sich auf die notwendigen Informationen beschränkt, liefert Heizoel24:

https://www.heizoel24.de/charts/rohoel

Auf welchen Treibstoff setzt die Branche?

Bei den Nutzfahrzeugen ist die Dominanz des Dieselantriebes weiterhin ungebrochen. 

Lediglich 2 % des Bestandes fahren mit alternativen Antrieben, allerdings steigt deren Zahl stetig. Daher stellt sich in Speditionen in erster Linie die Frage, was in puncto Dieselpreis zu erwarten ist.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/468860/umfrage/lkw-bestand-in-deutschland-nach-kraftstoffarten/

Morgens ist Kraftstoff am teuersten

Diesel ist an der Zapfsäule wieder etwas erschwinglicher geworden. Beachtet werden sollte vor allem das Sparpotenzial im Tagesverlauf. Wer abends Diesel tankt, zahlt laut ADAC zwölf Cent je Liter weniger als am Morgen.

https://www.adac.de/verkehr/tanken-kraftstoff-antrieb/tipps-zum-tanken/spritpreise-tagesverlauf/

Was beeinflusst den Dieselpreis?

Treibstoffpreise sind zuerst einmal vom Rohölpreis abhängig. Die Sorge vor russischen Lieferausfällen spiegelt sich im Rohölpreis an der Börse und damit auch an den Zapfsäulen wider.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/939926/umfrage/preisentwicklung-von-brent-und-benzin-diesel-und-heizoelpreise/

Weiterhin kommen die Kosten der Raffinerien hinzu. Also der Preis, den es kostet, um aus Rohöl den Kraftstoff herzustellen. Aufgrund der allgemein höheren Strom- und Gaspreise sind die Kosten der Raffinerien gestiegen und wirken sich auf den Dieselpreis aus.

Da Öl in Dollar gehandelt wird, spielt auch der Umrechnungskurs von Euro zu US-Dollar eine bedeutende Rolle. Steigt der Dollarkurs im Verhältnis zum Euro – wie es seit Februar 2022 der Fall ist – erhöht das die Preise an der Zapfsäule.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boersenkurse/eu0009652759-25108390/

Zudem hat Deutschland das Problem, dass es bisher einen großen Teil des Kraftstoffs aus Raffinerien in Russland bzw. aus deutschen Raffinerien in russischer Hand bezog. Die Bemühungen der Konzerne, woanders als in Russland Öl aufzutreiben, erhöht ebenfalls den Ölpreis.  

Es sind die Großhandelspreise an den internationalen Märkten, die die grundsätzliche Preisentwicklung an den Tankstellen zu einem großen Teil bestimmen.

Ein weiterer beträchtlicher Faktor sind Steuern und Abgaben an den Staat.

Und ganz am Ende der Kette ist da noch der Tankstellenpächter. Dieser bestimmt selbst, wie viel der Diesel an der Zapfsäule kostet. Er ist auch nicht zur Weitergabe der Steuersenkung verpflichtet.

Wegfall des Tankrabatts

Vom 1. September 2022 an wird die Energiesteuer statt derzeit 33 Cent wieder 47 Cent je Liter Diesel betragen. Es ist zu erwarten, dass die Nachfrage nach Treibstoff an den Tankstellen kurz vor Wegfall des Tankrabatts noch einmal steigt und die Preise in die Höhe treiben wird. Explodierende Preise sollten dennoch nicht eintreten. Der Grund ist, dass sich Tankstellenbetreiber noch bis Ende August günstig mit Kraftstoffen eindecken können, die sie erst im Laufe des Septembers an ihre Kunden ausgeben. 

Die Tankstellenpreise können demnach höher oder niedriger sein, als die reine Änderung in der Energiesteuer erwarten lässt.

Kostenfalle LNG

Gasbetriebene Lkw konnten schon vor Ausbruch des Ukrainekrieges nicht mehr wettbewerbsfähig eingesetzt werden. Der Bundesverband Spedition und Logistik DSLV hatte bereits zu Jahresanfang auf die Problematik hingewiesen. 

Bei LNG sind zwar keine Lieferengpässe zu erwarten, jedoch wird die zunächst staatlich geförderte Alternative zum Diesel immer teurer. Die Lage an den Energiemärkten trifft daher besonders diejenigen Speditionen, die unter dem Motto “We go green” auf LNG umgerüstet hatten.

 

Verzweifelte mittelständische Transport- und Logistikunternehmen demonstrierten am 12.8.2022 in Berlin. Viele von ihnen sind Familienbetriebe, die nun vor der Insolvenz stehen.

Prognosen, wie weit der LNG-Preis noch steigen kann, möchten Energieunternehmer nicht abgeben. Jedoch soll das Angebot von Bio-LNG vergrößert werden. Dieses wäre ein vom fossilen Gas und der damit verbundenen Preisgestaltung unabhängiges Produkt. 

Sparpotenziale digitaler Lösungen ausnutzen

Digitale Lösungen können sehr wirksam dazu beitragen, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Preisschwankungen zu erhöhen.

Digitale Lösungen helfen Speditionen bei der Risikobewertung, bei der Priorisierung von Risiken und der Erstellung eines Maßnahmenplans. Sie sind ein wirksames Tool, um das eigene Geschäft zu analysieren, insbesondere im Hinblick auf den Preisaspekt. 

Durch Optimierung und Automatisierung von Auftragsprozessen ist es möglich, Redundanzen im Arbeitsablauf zu vermeiden, Transportzeiten zu kürzen und dadurch Kosten zu sparen. Kunden von Sennder berichten, dass sie Kostensenkungen von bis zu 19 % und CO2-Reduzierungen von bis zu 20 % erzielen konnten. 

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